2017-02-04: 2. Trommel Café am 4. Februar 2017 – Kirchzarten

2. Trommel Café am 4. Februar 2017 – Kirchzarten

Am vergangenen Samstag fand unser zweites Trommel Cafè im Kirchzartener Schülerhaus statt. Im Vorfeld hatten wir einige Überlegungen angestellt, was wir aus den Erfahrungen des ersten Trommel Café’s lernen können. Dabei beschäftigte uns insbesondere, wie damit umzugehen ist, wenn der Raum wieder sehr voll wird , das Trommeln zu laut und womöglich“aus dem Ruder“ läuft😉…. Das schmuddelige Wetter hat dieses Thema dann wohl gelöst. Denn Etliche, die ihr Kommen angekündigt hatten, waren dann doch lieber zu Hause vor der warmen Heizung geblieben. Und so war der „Charakter“ der Veranstaltung diesmal ein völlig anderer als beim letzten Mal …

Durch die gut überschaubare Anzahl von Menschen war im Laufe des Nachmittags ein sehr vielschichtiges, differenziertes Miteinander Spielen möglich. Nach anfänglicher Beklommenheit wurde die Atmosphäre immer heimeliger. Zwischendurch gab es Zeiten, in denen die Trommeln schwiegen, um zusammen in Ruhe Kaffee zu trinken. Am Ende des Nachmittags war die Stimmung dann derart angenehm offen, leicht und anregend, sodass nahezu alle Anwesenden sich im Kreis zum Spielen zusammen gefunden hatten. Diese Momente des beschwingten, lebendigen „Groovens“ sind etwas Besonderes, wenn sie geschehen, denn sie lassen sich nicht planen. Doch Menschen können gemeinsam Bedingungen gestalten, in denen sich jede/r eingeladen fühlt, den individuellen Möglichkeiten entsprechend das gemeinsame Spiel zu bereichern und sich zu integrieren. Das haben wir an diesem Nachmittag einmal mehr erlebt. WOW. Vielen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben!

Durch die trommelfreien Zeiten war diesmal auch bessere Gelegenheit zum Austausch. Natürlich kam auch wieder das Thema auf, warum so „wenig“ Geflüchtete da sind. Tja. Für mich stellt sich inzwischen eher die Frage, wie es gelingen kann, die „wenigen“ auf gute Weise zu integrieren. Und: Was müssen wir „Einheimischen“ an persönlichen Kompetenzen weiter entwickeln, um eine Gesellschaft zu gestalten, die Vielfalt und ein friedvolles Miteinander aller Kulturen ermöglicht? Wie beziehungsfähig, flexibel und offen sind wir eigentlich? Können wir Unsicherheit aushalten? Und verfügen wir über genügend Empathie, um Menschen mit Fluchterfahrung überhaupt auch nur annähernd verstehen zu können? Betrachten wir die Welt überwiegend aus unserer eigenen Perspektive oder können wir auch die Richtung unseres Denkens ändern?

Diese Fragen sind für mich von großer Bedeutung. Denn das Trommelprojekt wurde von uns nicht gegründet, um „Flüchtlinge“ zu bespaßen oder ihnen etwas aufzunötigen, das sie nicht wollen oder brauchen. Ziel ist die Begegnung auf Augenhöhe, das Lernen von- und miteinander, interkulturelles Verständnis fördern, Integration erlebbar zu machen. Freies, improvisiertes Trommeln, Singen und Musizieren ist aus meiner Sicht eine der besten Möglichkeiten, um diese Kompetenzen zu entwickeln und kontinuierlich zu vertiefen. Und gleichzeitig macht es auch noch Spaß!

Deshalb: Willkommen! Wir spielen jeden Montag im Schülerhaus und freuen uns stets über Gäste und (neue) Mitpielende. Im Folgenden gleich noch die vorläufigen Termine bis zum Sommer:

  • Samstag, 25. März 15 – 18 Uhr: Trommel Café im Schülerhaus
  • Sonntag, 2. April ab ca. 12. 30: Trommeln bei der Sozialen Meile in Kirchzarten Fußgängerzone ( das ist wetterabhängig ! )
  • Samstag, 13. Mai 15 – 18 Uhr: Trommel Café im Schülerhaus
  • Samstag, 1. Juli ab 16 Uhr: Fest der Kulturen in Kirchzarten Talvogtei
  • Montag, 7. August 15 Uhr: Statt üblichem Montagstrommeln spielen wir bei den Kiki Days(inklusive Schülerfreizeit im Schülerhaus Dreisamtal) mit den teilnehmenden Kindern und BetreuerInnen!

Sicher wird aber im Sommer noch das eine und andere Trommelevent spontan dazu kommen, schaut dazu gern auch auf die Webseite www.lebnetz.de unter Aktuelles.

Mit herzlichen Grüßen aus der Drum Family

Ulrike Fahlbusch


Impressionen:


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